August 2014 - Wandern durch Berlin

Kürzlich wanderte ich in zwei Tagestouren durch die Stadt.
Im Alltag benutze ich das Fahrrad, um möglichst schnell einen bestimmten Punkt zu erreichen.
Dies geschieht meist mit einer gewissen Hast.
Ganz anders an diesen zwei Tagen. Ohne Absicht. Ohne Ziel. Ohne Eile.
Alles war interessant und spannend.

Startpunkt war die Pflügerstrasse nahe dem Hermannplatz in Neukölln.

Die Tour des ersten Tages führte mich bis zum Zionskirchplatz im Prenzlauer Berg.
Streifte durch wunderschöne, alte Gewerbehöfe, ließ mir ein paar Leckereien in Kreuzbergs Markthalle 9 auf der Zunge zergehen,
entdeckte entlang der Köpenicker Straße einiges an vergangener Industrie-Architektur,
kontrastreich gepaart mit neuen Bürotürmen oder auch einem Wohngruppen-Bau direkt an der Spree.
Den Bereich Alexanderplatz, den ich im Alltag weiträumig umfahre, entdeckte ich ganz neu.
War beeindruckt von der Metropole Berlin aus der Vogelperspektive, von der Plattform im 40.Stock des Hotels Park Inn. Wo sich gerade ein Gast - befestigt am Seil - per baseflying in die Tiefe stürzte.
Überglücklich stieß ich am Zionskirchplatz auf ein bretonisches Lokal, im Souterrain,
wo sich dieser erste Tag sehr gemütlich und mit köstlichen Galettes und Crèpes zu Ende neigte ...

Atemberaubend schöne Himmel mit fantastischen Wolkengebilden begleiteten mich an beiden Tagen, gepaart mit klarem, starkem Licht. 

Himmel ueber Berlin                    yummy food                    Teltowkanal

Den zweiten Tag beendete ich letztendlich am Rathaus Steglitz.
Begonnen hatte der Tag mit der Entdeckung des ScubeParkHostels am Sommerbad Neukölln.
Bereits fünf Minuten später genoss ich den Weitblick über das Tempelhofer Feld und
nahm ein Sonnenbad in den gemähten Wiesen, die die Monate zuvor den Feldlärchen vorbehalten waren.
In den kilometerlangen Kleingartenanlagen Tempelhofs verlor ich vorübergehend die Orientierung.
Bewunderte wohlgestaltete Siedlungsbauten der 20erJahre. Und den anrührenden Tierfriedhof.
Staunte über das gewaltige, aus rotem Backstein errichtete ehemalige UllsteinDruckhaus
und den sich daran anschließenden Tempelhofer Hafen, nebst Teltowkanal.
Genoss die leckeren Torten eines Cafés mit Blick auf den Hafen, mit darüber gespanntem Regenbogen.

Und wie komfortabel:
immer findet sich am Ende einer solchen Tour eine U- oder S-Bahnstation bzw. ein Bus,
der die Rückkehr nach Hause zum Kinderspiel macht.

Vielleicht haben Sie auch schon auf diese Art und Weise Berlin entdeckt.
Wenn nicht, hat Sie meine Beschreibung hoffentlich dazu ermuntert, es mir bald einmal gleich zu tun.
Seien Sie gespannt auf ein unbekanntes Berlin, egal,
wie lange Sie in dieser Stadt bereits leben oder wie oft Sie schon als TouristIn hier waren.