Urlaub auf der hawai'ianischen Insel Kaua'i 2009

Niemals hätte ich gedacht, dass ich mich eines Tages aufmache, ans andere Ende der Welt zu reisen!
Denn, obwohl ich nun schon 15 Jahre als Reisemittlerin tätig bin und das Reisen zu meinem Beruf gehört, ich bin keine Freundin von Langstrecken-Flügen und präferiere sehr die europäischen Ziele. Doch das Schicksal wollte es, dass eine Freundin auf die nordwestlichste der acht hawai'ianischen Haupt-Eilande auswanderte und ein Besuch nun anstand. Auf der langen Reise dort hin - 30 Stunden von Haustüre zu Haustüre - schwor ich mir, diese Strapazen nie wieder auf mich zu nehmen! Doch es vergingen vor Ort nur wenige Tage, bis mich meine Freunde und Kaua'i mit ihrem ganzen Charme umgarnt hatten und ich mich bald dabei ertappte, mir bereits den nächsten Urlaub vorzustellen. Denn auch die 19 Tage, die ich hier weilte, reichten bei weitem nicht aus, um allein nur die Insel Kaua'i erschöpfend zu entdecken (mit 1500 km² etwa so groß wie Gran Canaria), geschweige denn die anderen lohnenden Inseln.

Kauai  Kauai  traditionelles Design Hawaii 

Wundervolle, paradiesische Plätze verlangen danach, innezuhalten, einfach nur dazusitzen, zu sinnieren, in die Landschaft zu schauen, dem exotischen Vogelkonzert zu lauschen, die Menschen zu beobachten, kurz, sich seiner Sinne zu erfreuen. Die für uns Mitteleuropäer ungewohnt hohe Luftfeuchtigkeit lässt einen alles etwas langsamer tun. Die Inselbewohner leben einen gemächlichen Rhythmus, der innerhalb kürzester Zeit ansteckend wirkt. Eine Autofahrt wird zum entspannten Ereignis; keiner hupt, keiner regt sich auf. Ich genoss diesen "Aloha-Spirit", die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen, fühlte mich willkommen.
Das Element Wasser spielt eine große Rolle. Es regnet auf dieser saftig, üppig grünen Insel mehr als auf allen anderen hawai'ianischen Inseln. Wen wundert's, daß sie auch den Beinamen "Garteninsel" trägt! Doch keine Sorge; gravierende Einschränkungen sind durch den Niederschlag nicht zu befürchten, vor allem nicht in den regenärmeren Sommermonaten Mai bis September. Dann regnet es hauptsächlich nachts; die Güsse, die tagsüber heruntergehen, dauern oft nur wenige Minuten. Und, wenn das Wetter im Osten oder Norden der Insel doch mal zu nass sein sollte, bleibt immer noch, in den Süden oder Westen zu fahren. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit lässt nach dorthin mehr und mehr nach, bis man am Ende der Straße im Westen ein wüstenhaftes Trockengebiet erreicht.

Kauai  Kauai  Kauai  Kauai 

Auf kleinstem Raum finden wir hier verschiedenste Klimazonen vereint.
In der Mitte der Insel thront der nicht zugängliche Mount Wai'ale'ale (1569 Meter hoch), einer der regenreichsten Punkte der Welt, auf dem im Jahr etwa 11.000 Liter Regen pro m² niedergehen (in Deutschland sind es dagegen 1.000 Liter pro m²). Er speist eines der höchst gelegenen Sumpf-Regenwaldgebiete der Erde, den Alaka'i Swamp. Auf einem klappernden Steg kann man kilometerlang durch eine äußerst bizarre Landschaft wandern, vorbei an bunten Sumpfgräsern oder Flechten, bis zu dem Aussichts- und Endpunkt der Tour, Kilohana View. Ich hatte dort das seltene Glück eines atemberaubenden Weitblicks, hin zur nördlichen Na'Pali'Coast, hinein in grün gefaltete Bergrücken und Täler; meist verhüllt sich die Gegend mit einem dicken Wolkenkleid.
Wer die Na'Pali'Coast noch aus anderen Perspektiven genießen möchte, hat - nebst weiterer Wanderungen - die Möglichkeit, einen Helikopter-Rundflug oder eine Schiffstour entlang der Nordküste zu buchen.

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Zahlreich markierte Wege laden auf Kaua'i ein, die Insel auf Schusters Rappen zu entdecken, durch abwechslungsreiche Landschaften: durch die Sümpfe des Hochlandes, durch Regenwald, durch den gewaltigen Waimea Canyon, auf Steilküsten-Wegen, hinein in Schluchten zu erfrischenden Bergseen oder auch entlang der alten Stromleitung quer über die Insel.
Ideales Wanderwetter herrscht im Mai. Die Regenzeit ist vorbei, die Hitze ist noch erträglich. Trotzdem: ohne Kopfbedeckung sollte man nicht losziehen und - längere Touren früh am Morgen zu beginnen, ist von Vorteil. Was gibt es zudem Schöneres, als im Anschluß in der ärgsten Mittagshitze auf der faulen Haut zu liegen, unter einem schattigen Baum, mit dem wohligen Gefühl, seine Knochen schon kräftig durchbewegt zu haben.
Der Wanderweg an der Na'Pali'Coast zieht eine bunte Mischung von vielen Touristen an, die teils die anspruchsvolle Tour in Badeschlappen unternehmen. Auf allen anderen Wegen herrscht himmlische Ruhe. Es begegnen einem nur die wilden Hühner mit ihren zahlreichen Küken, die die ganze Insel bevölkern, egal ob am Strand oder in den Bergen. Mit etwas Glück kreuzen - in den Bergen - auch ein paar Wildgänse oder gelegentlich auch weiße, grazile Reiher den Weg.

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Wirtschaftlich wurde die Insel seit 1835 - bis in die 70-erJahre des 20.Jh. - vom Zuckerrohranbau bestimmt. Aktuell existiert noch eine Fabrik, die sich jedoch statt der Zuckerproduktion der Herstellung von Biokraftstoff verschrieben hat. Die historischen Spuren begegnen uns aber immer noch auf Schritt und Tritt.
In Old-Koloa-Town dokumentiert ein Freiluftmuseum anschaulich die Geschichte der ersten Zuckerrohrfabrik der Insel. Vor den Toren des Ortes kann die Fabrik selbst von außen bestaunt werden, an der Regen und Wind schon schwer genagt haben.
Oder Sie besuchen (unbedingt) die "Grove Farm" in der Hauptstadt Lihu'e und tauchen bei einer spannenden Führung in das Leben der Familie Wilcox ein, die bis in die Gegenwart als Wohltäterin auf der Insel verehrt wird. Man denkt, die Farmerfamilie würde dort immer noch wohnen. Die einzelnen Häuser sind komplett eingerichtet; im prachtvoll gepflegten Garten wachsen alle nur erdenklichen Gemüse- und Obssorten (die ansonsten auf der Insel nur schwer zu finden sind); üppige Blumenbeete und Baumpflanzungen ergänzen das Ganze.

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Ein besonders erholsames Fleckchen Erde versprechen die Waimea Plantation Cottages, an der Südküste gelegen. Gerade, wer ansonsten an der Ostküste wohnt (was für eine möglichst umfassende Erkundung der Insel angebracht ist), ist gut beraten, sich für ein paar Tage hier einzunisten, um sich von hier aus aufzumachen, in den lohnenswerten Waimea Canyon mit zahlreichen Wandermöglichkeiten oder auch an die wüstenhafte Westküste. Die Anfahrtszeiten lassen sich so auf angenehme Weise verkürzen. Die einzelnen Ferienwohnungen mit komplett eingerichteten Küchen sind in den ehemaligen Häuschen der Plantagenarbeiter untergebracht.
Im Kaua'i Museum erfährt man nicht nur einiges über den Zuckerrohranbau, sondern auch zu vielen anderen Themen, die Insel betreffend, wie Natur, Siedlungsgeschichte, Kunsthandwerk, etc. Bringen Sie ruhig ein wenig Zeit dafür mit. Es lohnt sich.

Ich könnte noch so viel mehr berichten, über die Wasserfälle, über die vielen heiligen Stätten wie die Tempelreste/Heiaus früherer Siedler, buddhistische oder hinduistische Anlagen, über die botanischen Gärten, über die Hanapepe Friday Gallery Night oder über am Strand schlafende Mönchsrobben ... entweder Sie träumen einfach selbst ein wenig weiter, mit Hilfe Ihrer eigenen Fantasie oder aber Sie machen sich auf die Reise, zur hawai'ianischen Inselwelt. Bei Ihrer Reiseplanung und Buchung unterstütze ich Sie gerne.

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